Montag, 20. November 2017

Der „etwas andere Neujahrsempfang“: SPD Südpfalz ehrt Menschen der Region

21. Januar 2014 | noch keine Kommentare | Kategorie: Allgemein, Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Politik regional, Regional

Menschen, die sich freiwillig für andere einsetzen wurden auch in diesem Jahr wieder von der SPD Südpfalz ausgezeichnet.
Fotos: pfalz-express.de/Licht
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Pleisweiler-Oberhofen. Nicht mit Berühmtheiten der Bundes- und Landespolitik wolle man den Nachmittag beginnen, sonder mit den Menschen der Region, sagte Bundestagsabgeordneter Thomas Hitschler beim „etwas anderen Neujahrsempfang“ der SPD Südpfalz in Pleisweiler-Oberhofen. „Menschen, die sich für andere einsetzen und etwas bewegen.“

Bei der traditionellen Neujahrsveranstaltung werden Menschen in den Mittelpunkt gestellt, die sich ehrenamtlich für die Allgemeinheit eingesetzt haben.

Hitschler: SPD steht gut da – dennoch Diskussionsbedarf

Zuvor schwor Hitschler in seiner Ansprache die Parteifreunde in der brechend vollen Gemeindehalle auf die Situation der SPD auch auf Bundesebene ein. Mit Geschlossenheit und voller Mut wolle man in das neue Jahr gehen, sagte Hitschler und räumte mit einem Pressethema auf, das derzeit die Runde macht. Es habe keinen Fehlstart der Großen Koalition gegeben, betonte der Abgeordnete und Unterbezirksvorsitzende. Ganz im Gegenteil, die SPD mache nach dem überwältigenden Mitgliederentscheid eine ausgesprochen gute Figur in Berlin.

Für Hitschler ist das Ziel für die Partei, nach den kommenden vier Jahren wieder „35 statt 25“ Prozent der Wählerstimmen zu verbuchen. Man müsse ehrlich über das Abschneiden nach der Bundestagswahl nachdenken und diskutieren.

Die Genossen sollten wegen der Großen Koalition nicht mit gesenktem Kopf herumlaufen: “2017 soll die SPD wieder stärkste Fraktion werden, kein Juniorpartner der CDU. Das wird kein Spaziergang“, mahnte Hitschler.

Europäischen Gedanken hochhalten

Mit Blick auf die Kommunal- und Europawahlen zeigte sich Hitschler optimistisch und kämpferisch: „Lasst uns das Jahr 2014 zu einem erfolgreichen Jahr machen, kämpft, damit viele sozialdemokratische Positionen besetzt werden:“

Sein Eindruck sei, dass die Vorbereitungen optimal liefen. Auch ein Generationenwechsel vollziehe sich derzeit, was neue Impulse für die anstehenden Wahlkämpfe als auch für die Partei brächte.

Der Europa-Abgeordneten Jutta Steinruck, die seit Jahren am Neujahrsempfang in der Südpfalz teilnimmt, sagte Hitschler im Namen seiner Parteifreunde kämpferische Unterstützung zu.

Sowohl Steinruck wie auch Hitschler sprachen sich in großer Deutlichkeit für den europäischen Gedanken aus und verurteilten populistische Tendenzen: „Deutschland ist und war ein Integrationsland, kein Land von Rassismus und Intoleranz:“

Ehrungen

„Südstern hilft“

Florian Maier, Ortsvorsteherkandidat der Dammheimer SPD, ehrte die Initiative “Südstern hilft“: Stellvertretend für alle Aktiven vom „Haus“ in Landau, das vielfältige sozio-kulturelle Events organisiert, konnte Isabelle Fuchs die Auszeichnung entgegen nehmen.

Fuchs hatte allein im Jahr 2013 acht von Obdachlosigkeit betroffenen Südpfälzer aufgenommen und begleitet, die von ihren Familien keinen Rückhalt hatten und auf der Straße gelandet waren. Isabell Fuchs koordiniert diesen Bereich im „Haus“. Angefangen hatte alles 2010 mit einem 18-jährigen Obdachlosen. „Das war der erste Versuch,“ sagte Fuchs und schilderte die oft verzweifelte Situation „ihrer“ Obdachlosen. „Wir haben diese Entscheidung bis heute nicht bereut.“

Seniorengruppe arbeitet tatkräftig jüdische Geschichte auf

Jutta Steinruck war die Patin für eine Gruppe Senioren – der Jantzer-Rentner-Band – um Pfarrer a. D. Ralf Piepenbrink, die sich tatkräftig um die Pflege des Jüdischen Friedhofs in Ingenheim und um die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte kümmern.

Durch das Freilegen der Gräber von Gestrüpp und Unkraut hatten sich Erkundungen der Familiengeschichten ergeben, der die Gruppe nun weiter intensiv nachgeht. Piepenbrink veranschaulichte anhand von alten Fotografien tragische Geschichten – und die von Fritz Siegel, einem Juden, der überlebt hatte. Ihre Forschungen sollen demnächst auf einer Homepage veröffentlicht werden.

Jutta Steinruck lud die Gruppe – im Fall ihrer Wiederwahl – zu einem Tag nach Straßburg ein, um das Europaparlament unter ihrer Führung zu besichtigen.

Evangelische Jugend Wörth: Immer hilfsbereit

Die dritte Gruppe, die geehrt wurde, war die Evangelische Jugend Wörth, die sich in zahlreichen Spendenaktionen um das Wohl der Taifun-Opfer auf den Philippinen verdient gemacht haben.

Gemeindereferent Joachim Würth vom Dekanat Germersheim ist der Ansprechpartner der Jugendlichen und hatte stellvertretend für alle anderen fünf junge Leute mitgebracht, die von ihren Aktionen berichteten. So hatten sie gleich nach Kenntnis der Zustände auf den Philippinen begonnen, Waffeln zu verkaufen und konnten dank zusätzlicher Spenden von Passanten stolze 1.033 Euro über die Organisation Plan International, Aktionsgruppe Landau, für die Menschen im Unglücksgebiet überweisen.

Auch in anderen Bereichen sind die Jugendlichen rührig und immer auf Ideensuche nach neuen Hilfsmöglichkeiten. Pate Carsten Welsch , 2. Vorsitzender der SPD Kuhardt, überreichte die Auszeichnungen und bot an, bei der nächsten Aktion tatkräftig mitzuhelfen.

Gesellschaft profitiert

Thomas Hitschler und Unterbezirksgeschäftsführer Herbert Berberich: “ Alle Geehrten stecken sehr viel Zeit, Arbeit und Leidenschaft in das Ehrenamt. Davon profitieren die Gesellschaft und die Südpfalz ungemein. Indem wir dieses Engagement in den Mittelpunkt unserer Neujahrsveranstaltung rücken, wollen wir uns für den ehrenamtlichen Einsatz bedanken und die Arbeit aktiven Bürger damit wertschätzen.”

Das unterstrichen auch Sozialminister Alexander Schweitzer, die Abgeordneten Barbara Schleicher-Rothmund und Wolfgang Schwarz, Landrätin Theresia Riedmaier und alle anwesenden Bürgermeister und Parteigenossen.

Auch Ortsbürgermeister Harald Lehmann bedanke sich für das freiwillige Engagement vieler Mitbürger, durch das beispielsweise in Pleisweiler-Oberhofen beim Bau der Gemeindehalle viel Geld eingespart wurde.

Lehmann verband seine Ansprache mit einer liebenswerten Werbung für seinen Ort: „Wir haben hier 800 Einwohner und elf Gastronomiebetriebe – wer bei uns nichts zu essen findet, findet nirgendwo etwas.“

Für musikalischen Schwung und Stimmung während der Veranstaltung sorgte die Saxophon-Combo Cowei-Sax. (cli)

 

 

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