Montag, 20. November 2017

Bürger-Mithilfe gefragt: Sandmücken breiten sich aus – Wo sind noch unbekannte Brutstätten?

20. April 2016 | noch keine Kommentare | Kategorie: Elsass Oberrhein Metropolregion, Kreis Bad Dürkheim, Kreis Germersheim, Kreis Südliche Weinstraße, Landau, Ludwigshafen, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Nordbaden, Rhein-Pfalz-Kreis, Rheinland-Pfalz, Südwestpfalz und Westpfalz, Wissenschaft
Gesucht: Brutstätten der Sandmücke (Phlebotomus mascittii). Foto: via T.J. Naucke

Gesucht: Brutstätten der Sandmücke (Phlebotomus mascittii).
Foto: via T.J. Naucke

Südwestdeutschland/Südpfalz – Sandmücken werden ein zunehmendes Problem in Deutschland. Aufgrund der sich verändernden Klimaverhältnisse haben sich entwickelte Lebensbedingungen der Sandmücken in den letzten Jahren verbessert.

Bisher kommen sie eher im mediterranen Raum vor, wo sie Viren sowie auch Hautkrankheiten (insbesondere Leishmaniose) übertragen können.

Häufig sind Hunde betroffen und nicht selten werden infizierte Hunde nach Deutschland eingeführt. Zur Krankheitsübertragung kann es kommen, wenn Erreger in Form von infizierten Hunden und Überträger (Vektoren = Sandmücken) in einem Gebiet auftreten.

Seit Jahren kann man Sandmücken in Südwestdeutschland nachweisen. In der Südpfalz wurden beispielsweise in Edenkoben schon Erreger gefunden.

In einer Doktorarbeit soll nun die Verbreitung (Vorkommen) der Sandmücken und mögliche Krankheitsübertragungen in Südwestdeutschland genauer untersucht werden.

Mithilfe ist gefragt

Das Institut für Dipterologie (KABS Speyer) bitten die Bürger um Mithilfe und Unterstützung bei der Suche von noch unbekannten Brutstätten.

In Deutschland wurden bisher zwei Arten nachgewiesen: Phlebotomus masscittii und Phlebotomus perniciosis.

Die erstgenannte brütet bevorzugt in lehmgestampften Scheunen und Ställen die windgeschützt sind, mit hoher Luftfeuchte und organischem Material.

Die zweite kommt weitflächiger vor und kann besonders über Krankheitsfälle infizierter Hunde (Leishmaniose bei Hunden die nicht im Ausland waren) bestimmt werden.

Das Institut bittet daher, entweder Lokalitäten und Informationen naturbelassener Scheunen oder Vorkommen von mit Leishmaniose infizierten Hunden zu melden.

Wie erkennt man Befall?

Ein Merkmal, wie man Brutstätten erkennen kann, gibt es nicht wirklich.

„Das macht es für uns deshalb sehr schwierig zu suchen und zu finden, sagte Doktorandin Sandra Oerther. Deshalb müsse man das Gebäude einschätzen. Wichtig sei, dass nichts erneuert und nichts betoniert wurde – dass es ein altes Gebäude sei.

Auffälligkeiten beim Menschen wären juckende Stiche vorrangig im Unterschenkelbereich.

Insgesamt sei alles recht schwierig, sagte Oerther. Bislang gebe es leider nur wenige Informationen: „Deshalb ist die Forschung ja so wichtig.“

Als einen weiteren Faktor, dem die Politik bislang wenig offen begegnet sei, benennt das Institut die nach Deutschland eingereisten Flüchtlinge, von denen etliche die hauptsächlich kutane (Haut) Form der Leishmaniose mit sich trügen. Das könne ein extrem gefährliches Problem in der Zukunft darstellen – es werde an falschen Ecken gespart.

Kontakt

Fr. cand. sc. hum. Sandra Oerther (schreibt derzeit die Doktorarbeit über das Thema), E-Mail: Sandra.Oerther@gmail.com, Telefon +49 (0) 6343-3089002

und

PD Dr. habil. Norbert Becker, Institut für Dipterologie, (IfD) Speyer, NorbertFBecker@web.de

Die Daten werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke verwendet und stets vertraulich behandelt.

„Wir freuen uns über jeden Helfer“, so Sandra Oerther.

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