Montag, 11. Dezember 2017

Bad Dürkheimer Nazi-Kunst gehört zum Bundesvermögen – Ermittlungen dauern an – Bronzepferde bei der Bundespolizei Bad Bergzabern

26. Mai 2015 | noch keine Kommentare | Kategorie: Kreis Bad Dürkheim, Kreis Südliche Weinstraße, Panorama, Regional

Bronzeskulptur „Schreitende Pferde“ von Josef Thorak.
Fotos: Herrmann

Bad Dürkheim/Bad Bergzabern – Die bei einem Unternehmer in Bad Dürkheim gefundenen Bronzepferde aus der Nazi-Zeit sind derzeit bei der Bundespolizei in Bad Bergzabern gelagert. Die „Schreitenden Pferde“ sind 3,50 Meter hoch, tonnenschwer und hatten einst vor Hitlers Reichskanzlei gestanden.

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft hatte die Polizei Berlin vergangene Woche zehn Adressen in mehreren Bundesländern durchsucht, so auch in Rheinland-Pfalz.

In dem Verfahren wegen Hehlerei an „rechtswidrig erlangtem Bundesvermögen“ geht es um Bronzeskulpturen und Granitreliefs der Künstler und Hitler-Günstlinge Josef Thorak und Arno Breker, die ursprünglich im Auftrag Hitlers in Berlin angefertigt wurden und seit 1990 verschollen waren.

Bei dem 74-Jährigen Bad Dürkheimer wurden bei der Polizei-Razzia in einer Lagerhalle und in dessen Wohnsitz zahlreiche Skulpturen – so auch die beiden Bronze-Pferde – und Reliefs von den Ermittlern des Fachkommissariats Kunstdelikte des LKAs Berlin gefunden.

Der Rechtsanwalt des Unternehmers, Andreas Hiemsch, weist den Hehlerei-Vorwurf indes zurück und ließ in einer Pressemeldung verlautbaren: „Die Kunstgegenstände wurden vor mehr als 25 Jahren von der russischen Armee und den früheren Herstellern rechtmäßig erworben und waren als Leihgaben über mehr als 20 Jahre im Rahmen der permanenten Breker-Ausstellung in Nörvernich/Köln der Öffentlichkeit größtenteils zugänglich.“

Die Kunstgegenstände könnten nicht „rechtmäßig“ erworben werden, sagte hingegen Polizeisprecher Neuendorf dem Pfalz-Express. Sie gehörtem zum sogenannten Bundesvermögen. Habe der Unternehmer die Gegenstände in gutem Glauben erworben, könne er zwar nicht strafrechtlich belangt werden, aber: „Er kann auch kein Eigentum daran erwerben“, so Neuendorf.

Bislang sei nicht geplant, weitere Kunstwerke aus dem Anwesen des Mannes abzutransportieren, diese würden vorerst an Ort und Stelle belassen. Alles andere sei Sache des Gerichts, wenn die Ermittlungen, die noch andauern, abgeschlossen seien. (cli)

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