Freitag, 22. September 2017

50 Jahre DRK Wasserwacht Südliche Weinstraße: Immer weniger Menschen können schwimmen

10. August 2015 | noch keine Kommentare | Kategorie: Allgemein, Kreis Südliche Weinstraße, Regional

VG-Bürgermeister Trauth, Kreisgeschäftsführer Fischer, Peter Schiestel und Landrat Dr. Prechtel (v.l.) mit dem neuen Fahrzeug der Wasserwacht.
www.npk-fotoart.de (Norman-Krauß)

Herxheim. Mit einem kleinen Festakt in der Festhalle Herxheim und anschließenden Wasserrettungsvorführungen  im Waldfreibad Herxheim, beging die DRK Wasserwacht Südliche Weinstraße am 9. August das 50 jährige Bestehen.

Gleichzeitig wurde an diesem  Tag auch das neue Einsatzfahrzeug der DRK-Wasserwacht Südliche Weinstraße offiziell übergeben und eingeweiht. Am Mittag fand  für alle Besucher des Waldfreibades ein Spiel-und Spaßtag mit Spielen, Aktionen und Vorführungen für die ganze Familie statt.

Wasserwachtleiter Peter Schiestel begrüßte zum offiziellen Festakt in der Festhalle, Landrat Dr. Fritz Brechtel für den Landkreis Germersheim sowie DRK-SÜW-Kreisgeschäftsführer Bernd Fischer, der in Vertretung von Landrätin und DRK-Kreisvorsitzender Theresia Riedmaier gekommen war.

Besonders freute sich Schiestel über die Anwesenheit der beiden Gründungsmitglieder Karl Acker und Wieland Werner, die zum Schluss der Veranstaltung von Reiner Gerbes, stellvertretendem Landesleiter DRK Rheinland-Pfalz, mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet wurden.

Schiestel, der ebenfalls mit der Wasserwacht für steten und langjährigen Einsatz  geehrt wurde, ging in seiner Begrüßung darauf ein, dass das Hauptaugenmerk auf die Bekämpfung des Ertrinkungstodes gerichtet sei, denn „immer weniger Menschen können schwimmen“. Schiestel führte das nicht zuletzt auch auf die Schließung vieler Schwimmbäder zurück. Auch für Menschen mit Migrationshintergrund sei das Schwimmenlernen nicht so wichtig.

Er beschrieb die Aufgaben der Wasserwacht Im Laufe der Jahre haben sich die Aufgaben der Wasserwacht geändert; „die Fließwasserrettung ist auf jeden Fall die Zukunft“, so Schiestel.

Verbandsbürgermeister Franz-Ludwig Trauth betonte die gute Tradition der Wasserwacht Südliche Weinstraße in Herxheim. Aus christlicher Nächstenliebe heraus gegründet, verbinde sie heute Sport mit Lebensrettung. Er stellte eine Spende in Aussicht für die Jugendförderung.

Dr. Brechtel erinnerte sich als gebürtiger Herxheimer an seine ersten Schwimmversuche im Waldfreibad. „Ich konnte noch nicht schwimmen, bin aber schon vom Dreimeterbrett gesprungen und so haben das Viele damals gemacht. Deshalb brauchen wir auch künftig Organisationen, die das Schwimmen lehren. Jeder Schüler muss schwimmen können. Wir haben viele Badeseen und Wasserflächen gerade im Landkreis Germersheim und es passieren immer wieder schlimme Badeunfälle.“

Als oberster Katastrophenschützer freue er sich, dass THW, Feuerwehr etc. bei der Feierstunde dabei seien. „Sie verbessern unsere Lebensqualität“. Als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse hatte der Landrat auch einen Scheck für die Wasserwacht dabei.

Kreisfeuerwehrinspekteur Rudi Götz in seinem Grußwort: „Es ist gut, zu wissen, dass wir Partner auf dem Wasser haben, wenn wir mit unserer Kompetenz zu Ende sind.“ Auch er betonte die Wichtigkeit des Schwimmenkönnens.

„Es gibt halt noch keine APP zum Schwimmen, das muss man selber lernen“, scherzte er. Götz war selber 10 Jahre Feuerwehrtaucher und empfand diese Einsätze zum Teil auch als psychische Belastung. „Sie sind der einsamste Mensch da unten und müssen darauf eingestellt sein, jeden Moment einen leblosen Körper zu finden.“

Bernd Fischer wies in seinem Grußwort auf das neue Einsatzfahrzeug der DRK-Wasserwacht Südliche Weinstraße hin, das später im Waldfreibad eingeweiht wurde.

Als mutigen Schritt zweier junger Männer bezeichnete Reiner Gerbes die Gründung der Wasserwacht als selbstständigen Fachbereich vor 50 Jahren: „Keiner hätte damals gedacht, dass sie sich so prächtig entwickeln würde.“

Beachten Sie auch unsere Bildergalerien am Ende des Artikels (Bildergalerie im Waldfreibad: Norman Krauß, www.npk-fotoart.de) sowie Bildergalerie Festakt: Pfalz-Express/Ahme.

Infos zur Wasserwacht:
Die Wasserwacht ist eine Gemeinschaft des Deutschen Roten Kreuzes und mit über 130 Jahren die älteste Wasserrettungsorganisation Deutschlands.

Auslöser war die Hochwasserkatastrophe am 7. Februar 1883 in Regensburg, wo erstmalig Rotkreuzhelfer der Sanitätskolonnen in der Hochwasserrettung eingesetzt wurden.

Von der Wasserrettung damals zur Wasserwacht heute gab es eine stete Weiterentwicklung.
Ihr Selbstverständnis als „sportliche und hilfsbereite Gemeinschaft“ ist geblieben, erweitert haben sich die Programme und die Art der Aufgaben und Einsätze. Diese umfassen heute den Wasserrettungsdienst an den Stränden der Nord- und Ostsee, Gewässern mit Bade- und Bootsbetrieb, das Bereitstellen von Rettungsschwimmern in öffentlichen Bädern, den Eisrettungsdienst an entsprechenden Natur-Eisflächen sowie die Betreuung von Wassersportveranstaltungen aller Art.

Die Wasserwacht wirkt mit im Katastrophenschutz und bei der öffentlichen Aufklärung vor Gefahren im Wassersport, sie bildet Helfer im Rettungsbootfahren und im Tauchdienst aus. Darüber hinaus vermittelt sie Kenntnisse im Natur-, Pflanzen- und Gewässerschutz und bietet Lehrgänge für Rettungsschwimmer aller Altersgruppen an.

Die DRK – Wasserwacht – SÜW Landau wurde Mitte März 1965 in Landau von 6 Wasser- und Tauchsport begeisterten Rettungsschwimmern gegründet und hat aktuell 140 Mitglieder, davon ca. 30 Aktive Erwachsene und 10 Jugendliche.

Hauptaufgabe ist die Bekämpfung des Ertrinkungstodes, die Durchführung der damit verbundenen vorbeugenden Maßnahmen, sowie die Erfüllung weiterer Aufgaben des Roten Kreuzes.

Die Alarmierung erfolgt bei einem Notfall über die Rettungsleitstelle Südpfalz, der Haupteinsatzbereich ist der Landkreis Südliche Weinstraße und Germersheim.

Vertreten ist die Wasserwacht auch bei geplanten Einsätzen, z. B. bei Wassersport Großveranstaltungen wie dem Iron Man in Frankfurt, dem Half Iron Man in Wiesbaden oder als Rettungsschwimmer an der Ostsee . Ständiger Einsatzort ist im Sommer das Waldfreibad in Herxheim, wo die Schwimmmeister an den Wochenenden bei der Badeaufsicht unterstützt werden und wo Schwimmabzeichen für die Jugend abgenommen werden.

Einsatzmittel:
Die Wasserwacht verfügt über ein Mehrzweckeinsatzfahrzeug Bj. 2002, für acht Personen und herunter schwenkbarem Dachgeräteträger, BOS Analog- und Digitalfunk, Tauchgeräte und Ausrüstung für sechs Rettungstaucher, zwei davon mit Unterwasserkommunikation, ein Eisrettungsschlitten, zwei Rettungsbretter, zwei Rettungsbojen, ein Riverboogie für die Wild-
und Fließwasserrettung, Rettungswesten,  Sauerstoffgerät für Tauchunfälle, Neopren Tauch- und Fließwasserrettungsanzüge, Erste Hilfe Ausrüstung, Unterwasserlampen, Leinen, div. Werkzeuge.

Training:
Im Winter Montag abends im La Ola in Landau, im Sommer Montag und Donnerstag abends im Waldfreibad Herxheim und in Leimersheim am und auf dem Rhein.

Lerninhalte des Trainings:
Schwimmen, Fitness, Erste Hilfe, Rettungsschwimmen, Tauchübungen, Verhaltensregeln am und im Wasser, Natur- und Gewässerschutz, Umgang mit Rettungsmitteln, durch die Kooperation mit dem Jetbootverein Leimersheim Rettungsübungen im Fließgewässer mittels Jet-Boot und angekoppeltem Rettungsschlitten. (red/desa)

Reiner Gerbes zeichnet Wieland Werner und Karl Acker (im Rollstuhl)  mit der Goldenen Ehrennadel aus.
Foto: Pfalz-Express/Ahme

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