Dienstag, 17. Oktober 2017

19. Hambacher Bikerfest vom 4. bis 6. August: Motorradfahrer kämpfen um ihre Rechte

30. Juli 2017 | 1 Kommentare | Kategorie: Kreis Bad Dürkheim, Neustadt a.d. Weinstraße und Speyer, Regional
Einweisung zur Motorrad-Demo. Foto: MID/Herbert Pieper

Einweisung zur Motorrad-Demo.
Foto: MID

Hambach. Motorradfahrer aus ganz Deutschland machen sich am ersten August-Wochenende auf den Weg in den Pfälzer Wald, um für ihre Rechte einzutreten.

Denn die Motorrad Initiative Deutschland e.V. (MID), das Koordinierungsgremium der deutschen Motorradfahrerverbände, ruft zur Teilnahme am traditionsreichen Hambacher Bikerfest auf.

Zu Gast ist auch in diesem Jahr die Kampagne „Runter vom Gas“ des Bundesministers für Verkehr und Digitale Infrastruktur sowie des Deutschen Verkehrssicherheitsrats.

Mit ihrer Aktion „Echte Männer / Starke Frauen rasen nicht“ lädt die Kampagne Motorradfahrer dazu ein, mit ihrem Foto ein Statement gegen zu schnelles Fahren abzugeben (https://www.runtervomgas.de/kampagnenarchiv/aktion/hambacher-bikerfest.html).

Für seine Rechte einzutreten hat in Hambach eine lange Tradition. Mit Bezug auf das historische Hambacher Fest, bei dem vor mehr als 180 Jahren 30.000 Menschen persönliche Freiheit, unveräußerliche Bürgerrechte und nationale Einheit einforderten, wird am Samstag,  5. August ab dem Vormittag das Gelände rund um das Hambacher Schloß den Bikern gehören. Hier, an der Wiege der Demokratie in Deutschland, findet unter dem Motto „für Verkehrssicherheit – gegen Diskriminierung“ das 19. Hambacher Bikerfest statt.

Um 11 Uhr beginnt die Kampagne „Runter vom Gas“ mit ihrer Fotoaktion. Parallel dazu will „Dr. Siebenpfeiffer und Band“ das Publikum unterhalten. Das offizielle Programm beginnt um 13 Uhr mit der traditionellen Festveranstaltung.

„Wir als Fahrerverbände sind in der Verkehrssicherheitsarbeit seit vielen Jahren stark engagiert“, sagte Rolf „Hilton“ Frieling, 1. Vorsitzender der MID. „Deswegen wird die Verbesserung der Verkehrssicherheit für Motorradfahrende in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten auch in diesem Jahr ein Schwerpunkt der Festrede sein. Denn nicht die Konfrontation, sondern die Kooperation mit den Verantwortlichen in der Politik und der Verwaltung ist das vordringliche Anliegen der Motorradverbände.“

„Allerdings steht auch die Diskriminierung motorisierter Zweiradfahrer im Fokus unserer Veranstaltung“, ergänzte Hans Kaiser, 2. Vorsitzender der MID. „Nur wenige Kilometer vom Hambacher Schloß entfernt liegt das Elmsteiner Tal, das seit vielen Jahren an Wochenenden und Feiertagen für motorisierte Zweiradfahrer gesperrt ist. Unter dem Vorwand, etwas gegen schwere Motorradunfälle tun zu wollen, werden Biker in den Sommermonaten kurzerhand ausgesperrt.“

„Durch diese Maßnahme wird nicht nur gegen elementare Grundrechte verstoßen. Auch das eigentliche Problem wird nicht gelöst. Denn durch das Verbot, die auch mit Steuergeldern der Motorradfahrer finanzierte, öffentliche Straße zu nutzen, verlagerte sich das Unfallgeschehen in die umliegenden Täler“, so Kaiser.

Die MID ruft daher dazu auf, gegen „diese Diskriminierung aller motorisierten Zweiradfahrer“ zu demonstrieren. Streckensperrungen für PKW oder LKW auf unfallträchtigen Straßenabschnitten sind in Deutschland unbekannt. Offensichtlich werde hier mit zweierlei Maß gemessen, so die MID.

Um 16 Uhr beginnt die große Biker-Demo durch das Elmsteiner Tal, an der sich wieder hunderte motorisierte Zwei- und Dreiradfahrer beteiligen.

Vor dem Start der Demo findet um 15 Uhr die traditionelle Motorradsegnung durch Bikerpfarrer Jürgen „Juwie“ Wienecke zum Thema „Die Retro-Welle – Sehnsucht nach der Zukunft“ auf dem Schloßparkplatz statt.

Die Demo endet gegen 17.30 Uhr am Sportplatz des ASV Frankenstein „Auf dem Köpfchen“, Diemersteiner Straße in Frankenstein, wo mit einer großen Biker-Party der passende Rahmen für das Hambacher Bikerfest geboten wird. Die Party-Location in idyllischer Umgebung sowie der kostenlose Campground stehen von Freitag mittag bis Sonntag vormittag zur Verfügung. Der Eintritt zum Hambacher Bikerfest ist frei.

„Für unsere Biker-Party haben wir uns wieder ein paar Highlights einfallen lassen“, sagte Peter „Korea“ Laier, Verantwortlicher für die Party in Frankenstein. „Es wird wieder die traditionellen Biker-Spiele mit einer Sonderwertung für Kinder geben. In einer Verlosung gibt es zudem viele wertvolle Sachpreise zu gewinnen“, so Laier.  Essen und Trinken in guter Qualität und zu fairen Preisen werde rund um die Uhr geboten.

Nicht nur Motorradfahrer, sondern auch die Bevölkerung der Region ist dazu eingeladen, ein fetziges Party-Wochenende in fröhlicher Runde zu verbringen. Denn neben den ernsthaften politischen Anliegen soll das Feiern natürlich nicht zu kurz kommen.

Hintergrund

Die MID ist das Koordinierungsgremium der deutschen Motorradfahrerverbände. Seit ihrer Gründung im Jahr 1997 werden in der MID gemeinsame Positionen der Fahrerverbände zu motorradpolitischen Themen abgestimmt und die politische Arbeit der Verbände koordiniert.

Die MID ist des weiteren Plattform für die Planung und Durchführung gemeinsamer Aktivitäten. Wichtigste Veranstaltung der MID ist das Hambacher Bikerfest, das jeweils am ersten Wochenende im August stattfindet. Unter dem Motto „Für Verkehrssicherheit – Gegen Diskriminierung“ wird dort zu jeweils aktuellen, motorradpolitischen Fragen Stellung bezogen.

Festveranstaltung im letzten Jahr: Von links nach rechts: Rolf "Hilton" Frieling (MID), Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld, Hans Kaiser (MID). Foto: red

Festveranstaltung im letzten Jahr: Von links nach rechts: Rolf „Hilton“ Frieling (MID), Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld, Hans Kaiser (MID).
Foto: red

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Ein Kommentar auf "19. Hambacher Bikerfest vom 4. bis 6. August: Motorradfahrer kämpfen um ihre Rechte"

  1. Philipp sagt:

    Ein weiterer Kandidat für eine Motorradsperre wäre die B48 vom Wellbachtal bis Hochspeyer. Das würde in den nächsten Jahren auch wieder ein paar zusätzliche Motorradfahrer überleben lassen.
    Für den Fremdenverkehr ist die Motorradsperre des Elmsteinertals ein Segen: DIe meisten Touristen finden es nicht einladend, dort am Wochenende mit Ohrstöpseln wandern zu gehen.
    Ich kenne noch die Zeiten, in denen Samstags und Sonntags jeder „Biker“ kilometerweit im Umkreis zu hören war, für die Anwohner muss das die Hölle gewesen sein. Die Besucher können sich ja einfach ein ruhigeres Erholungsgebiet suchen, für die Anwohner ist eine Flucht vor solch einem Lärmterror nicht so einfach.
    Eine Alternative wäre, dass man nur Fahrzeuge mit einer wirksamen Schalldämpfung einfahren liese oder aber generell Tempo 30 innerhalb und 70 ausserhalb von Ortschaften für Motorräder – mit hohem Kontrolldruck!
    Solange aber die Lautstärke eines der wichtigsten Verkaufsargumente für Motorräder ist, sollte die körperliche Unversehrtheit von Anwohnern und Besuchern Priorität haben.
    Bei alledem sollte man auch bedenken, dass vor 50 Jahren das Motorrad ein Verkehrsmittel der kleinen Leute war – heute ist es Freizeitobjekt für Menschen, denen häufig Regeln des Miteinanders und Rücksicht auf Mitmenschen gleichgültig sind.

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